Kyrallas Kinderkram #1

16 Jan

Möhrenbrei

Babybrei: Fertigbrei oder lieber doch selbst kochen?

Dieser Artikel wird wahrscheinlich polarisieren. Zu diesem Thema hat natürlich jeder seine Meinung. Hier möchte ich – ganz subjektiv –  meine Ansicht zum Thema Babybrei deutlich machen. Vielleicht kann ich der ein oder anderen bei der Frage „Selber kochen: Ja oder Nein?“ etwas helfen.

Fertigbrei:

Da fällt mir eigentlich nur ein positiver Aspekt ein: Man kann den Fertigbrei aus dem Gläschen auch kalt geben. Aus diesem Grund ist dieser für unterwegs natürlich gut geeignet.

Die Inhaltsstoffen finde ich manchmal aber doch sehr alarmierend. Zwar kann ich nicht bestätigen, dass Fertigbrei Gewürze oder Fleischbrühe enthält. Schlagrahm habe ich aber sehrwohl schon auf einem Gläschen gelesen. Was bitte macht Sahne denn in einem Babybrei? Vor allen Dingen heißt es doch überall, dass Milchprodukte nur im Abendbrei und auch dort nur in Maßen verwendet werden sollen. Was mich auch gewundert hat, ist, dass Tomaten schon viel früher in Gläschen verwendet werden als es laut Ernährungsplan eigentlich sein soll. Apropos Tomaten: So ein Fertigbrei schmeckt – egal welche Zutaten drin sind –  irgendwie immer gleich. Auch die Farbe des Fertigbreis ist merkwürdig. Mein selbstgekochter Möhrenbrei (siehe Bild) ist irgendwie nie so knallig orange wie der gekaufte. Als ich mal mit einer anderen Mutter darüber gesprochen habe, meinte diese, dass vielleicht vom Hersteller Babykarotten benutzt werden. Diese hätten ja eine andere Farbe als die normalen Möhren. Erschreckend finde ich, dass in Babybrei zum Anrühren oder auch in Instant-Babytee zum Teil Zucker sowie getarnter Zucker drin ist. Mit getarntem Zucker meine ich Dextrose und Maltodextrin. Laut dieser Seite handelt es sich bei Maltodextrin um ein Kohlenhydratgemisch, das vor allem aus Maisstärke gewonnen wird. Stärke wird im Körper aber durch Speichel in Zucker umgewandelt (zumindest haben wir das in der Schule so gelernt). Laut Gesundheit.de wird Maltodextrin zum Teil von Leuten genutzt, die ein niedriges Gewicht haben, um zuzunehmen. Sollen jetzt Babys schon auf Zucker konditioniert werden? Durch solche Inhaltsstoffe ist späteres Übergewicht doch schon vorprogrammiert. Der Spiegel hat hier darüber berichtet, dass ein namhafter Hersteller auf Druck von Foodwatch bestimmte Kindertees vom Markt genommen hat. Wenn Maltodextrin und Zucker für Babys doch so gesund ist, warum sind diese Tees jetzt durch andere (mit Teebeutel) ersetzt worden? Bei einigen Fertigprodukten denkt man es sei nicht viel Zucker drin. Wenn man den versteckten Zucker wie Dextrose und das gerade erwähnte Maltodextrin jedoch zum Zucker dazurechnet, dann müsste der Zucker bei so einigen Sachen bei den Inhaltsstoffen eigentlich an erster Stelle stehen. Wofür ich auch gar kein Verständnis habe, ist, dass gerade den Abendbrei-Gläschen oder dem Brei zum Anrühren Vanillin zugesetzt wird. Laut Wikipedia wird Vanillin aus den bei der Papierherstellung anfallenden Sulfitabfällen gewonnen. Außerdem habe ich im Netz diese Seite gefunden. Dort steht, dass Vanillin als Zusatzstoff in Nährmitteln sehr beliebt. Weißes Mehl (Typ 405) sei nur mit dieser künstlichen Aromatisierung genießbar. Dieses Aroma überdecke den unerwüschten muffigen Geschmack von altem Mehl oder von anderen Zutaten, die mindere Qualität haben. Außerdem wurde Vanillin eine krebserzeugende Wirkung nachgewiesen. Möchte ich so etwas meinem Kind geben? Warum darf die Lebensmittelindustrie das überhaupt? Last but not least sollte nicht unerwähnt bleiben, dass in Obstgläschen häufig Saftkonzentrat drin ist. Das kann meines Erachtens auch nicht Sinn der Sache sein.

Selbstgekochter Brei:

Wir vertrauen der Lebensmittelindustrie schon seit einigen Jahren nicht mehr. Darum kochen wir den Brei für unser Töchterchen selbst. So wissen wir genau, was in ihrem Essen so alles drin ist. Man sollte natürlich Bioprodukte nehmen, da diese nicht schadstoffbelastet sind. Die Geschmacksvielfalt hat uns auch überzeugt. Es gibt so viele tolle Rezepte in Breikochbüchern und wenn man dann z.B. darauf achtet vor allen Dingen saisonales Gemüse zu verwenden, dann ist das besonders gesund.

Es gibt aber natürlich auch negative Aspekte. So kann man auch viel bei der Herstellung des Babybreis falsch machen, wenn man sich nicht gerade an Rezepte hält. Zucker, Salz oder gar Honig – um nur einige Dinge zu nennen – haben in Babynahrung nichts verloren und können die Gesundheit des Babys schwer schädigen. Außerdem ist der Zeitaufwand natürlich nicht zu verachten. Man muss erstmal alles kleinschneiden und dann müssen die Sachen noch einige Zeit vor sich hinköcheln. Wenn es mal eben schnell gehen soll, ist insofern selbstgekochter Brei nicht zu empfehlen. Je nachdem welche Hilfsmittel man aber nutzt, ist der Zeitaufwand zu verkraften. Wenn man mit dem Baby mal unterwegs ist, dann ist der selbstgekochte Brei auch nicht so toll. Wir kochen z.B. auf Vorrat und frieren den Brei in Plastikbehältern portionsweise ein. Der Brei ist am nächsten Tag in der Mitte immer noch nicht ganz aufgetaut, so dass man unterwegs auf eine Mikrowelle angewiesen ist. Außerdem kann man den Brei nicht so gut stückig machen, wenn das Baby älter wird. Mit dem Pürierstab werden die Stücke doch sehr ungleichmäßig. Zum Teil sind die Stücke so groß, dass eine Erstickungsgefahr besteht.

Fazit:

Ich finde, man sollte nicht einfach blauäugig geben was einem die Industrie als gut verkaufen möchte. Man sollte kritisch hinterfragen und sich die Inhaltsstoffe gut durchlesen. Wenn ich mit der Kleinen unterwegs bin, gebe ich auch gern mal ein Gläschen. Wenn es abends mal besonders schnell gehen muss, nehme ich auch mal Grieß zum Anrühren. Ich lese mir aber immer vorher die Zutaten gut durch und lege Sachen mit den oben erwähnten schlechten Inhaltsstoffen wieder weg. Ansonsten koche ich lieber selbst: Mittagsbrei auf Vorrat und Nachmittags- und Abendbrei jeden Tag frisch. Aber das ist ja jedem selbst überlassen.

Lust selbst zu kochen?

Zu empfehlen sind das Buch „Kochen für Babys“, das es für 5 € zu kaufen gibt und das Phillips Avent Aufbewahrungssystem.

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